
Vogelsbergkreis. Dass die Qualität der Ausbildung von Altenpflegerinnen und Altenpflegern ein ganz wichtiges Thema ist, war den Mitgliedern der CDU-Kreistagsfraktion Vogelsberg schon länger bekannt, bei einem Besuch in der Altenpflegeschule und Gespräch mit deren Leiterin Monika Luh erfuhren die Kommunalpolitiker viele Details, hörten von Problemen, die sie bisher nicht kannten und konnten sich so einen persönlichen Eindruck verschaffen. Wie Fraktionsvorsitzender Dr. Hans Heuser bei Eröffnung der Sitzung mitteilte, sei es höchste Zeit dieses Fachgespräch endlich zu führen.
In einem einführenden Vortrag führte Schulleiterin Monika Luh aus, dass die Altenpflegeschule vor 30 Jahren gegründet worden sei. Finanziert werde sie vom Land Hessen, für jeden Schüler/jede Schülerin zahle das Land ein Schulgeld von 347,00 Euro pro Monat. Mit diesem Budget müsse die Schule alles finanzieren und daher sehr scharf rechnen, um über die Runden zu kommen. Derzeit gebe es vier Kurse von Altenpflegehelfer(innen) mit je 24 Teilnehmern und 1 Kurs mit Altenpfleghelfer(innen), sowie ein Qualifikationskurs zum Pflegefachhelfer in der Gerontopsychiatrie. Ein Kurs der Altenpfleger(innen) besteht ausschließlich aus Umschülern, wodurch Kostenträger die Agentur für Arbeit und die Kreisvermittlungsagentur des Vogelsbergkreises sind. Der Unterricht werde gehalten von drei festangestellten Lehrkräften und mehreren externen Lehrern. Am Ende eines drei-jährigen Lehrganges stehe die staatliche Prüfung, die aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil bestehe.
Die CDU-Kommunalpolitiker erfuhren weiter, dass die Schule zertifiziert ist, was mittlerweile zu einem wichtigen Markenzeichen geworden sei. Das Einzugsgebiet der Lehrgangsteilnehmer erstrecke sich von Bad Orb (Main-Kinzig-Kreis) bis in den Lahn-Dill-Kreis. Ein Drittel der Kursteilnehmer seien Männer und zwei Drittel Frauen. Bedingt durch den Geburtenrückgang der 1980-er und vor allem der 1990-er Jahre sei in den letzten Jahren ein leichter Rückgang der Bewerber festzustellen. Die Abbrecher-Quote sei mit ca. drei Prozent seit Jahren konstant niedrig. Wer diese Ausbildung erfolgreich absolviert habe, könne sicher sein einen Arbeitsplatz zu finden, denn nicht nur im Vogelsbergkreis, sondern hessenweit gebe es einen Fachkräftemangel bzgl. ausgebildeter Altenpfleger.
Am Ende des interessanten Gesprächs war man sich einig, dass die Altenpflegeschule einen herausragenden Stellenwert habe und als positiver Standortfaktor anzusehen sei. Bzgl. des Wunsches der Schulleitung auf eine Anhebung des Zuschussbetrages pro Schüler durch das Land Hessen konnten die Kreispolitiker natürlich keine Zusagen machen, denn darüber werde auf Landesebene entschieden. Die CDU-Kommunalpolitiker sagten aber zu, sich aktiv für den Fortbestand der Altenpflegeschule einzusetzen. Die schon länger tätigen Kreistagsabgeordneten konnten sich erinnern, dass der Vogelsbergkreis in den ersten Jahren des Bestehens der Schule ebenfalls einen Zuschuss zu den laufenden Kosten gegeben habe. Dieser sei in den 1990-er Jahren eingestellt worden, wobei die Gründe jetzt kurzfristig nicht zu klären waren. Erforderlichenfalls- so die CDU-Politiker –werde man sich für einen Kreiszuschuss stark machen.
Originalartikel auf der Website der CDU Vogelsberg